Energiesparen bei Haushaltsgeräten

7. May, 2010

Kühl- und Gefrier-, Kochgeräte und Spülmaschinen verbrauchen zusammen ungefähr 30-35% des Stroms im Privatsektor. Es lohnt sich also in jedem Fall nicht nur aus Umweltaspekten, sondern auch aus rein wirtschaftlichen Aspekten hier genau hinzuschauen.

„GRÜNE TECHNOLOGIE” ist das Stichwort dieser Tage. Die Energieeffizienz ist eines der wichtigsten Entscheidungskriterien beim Kauf eines neuen Haushaltgerätes.

Beträchtliche Einsparpotentiale bei Kühlgeräten vorhanden

Umfragen zufolge achten fast 90% aller Deutschen nach eigener Aussage beim Hausgerätekauf auf einen niedrigen Energieverbrauch. Gleichzeitig belegen die Absatzzahlen, dass erhebliche Diskrepanz zwischen angegebenem und tatsächlichem Kaufverhalten besteht: Möglicherweise sind die Bürger nicht ausreichend über Energieeffizienz informiert. So beklagen Brancheninsider, dass das EU-Label nicht mehr ausreicht, um die Spitzenreiter unter den ressourcenschonenden Hausgeräten zu erkennen.

Im Brennpunkt der Diskussionsteht das EU-Label mit der sogenannten Energieeffizienzklasse (EEK). Diese findet der Verbraucher als Aufkleber am Neugerät im Verkaufsraum. Das EEK soll die Energieeffizienz ausweisen, aber  längst schenkt es dem Verbraucher nicht mehr die gewünschte Transparenz. Während für die meisten großen Hausgeräte EEK A bereits Bestnote bedeutet, gibt es bei Kühlgeräten zusätzlich die Klassen A+ und A++. So unterschreitenbei den energieeffizientesten Geräteherstellern die Top-Geräte den EEK A Wert oftmals um 30-50%. Verwirrend genug.

Insbesondere bei Kühlschränken und -truhen wird hinsichtlich des späteren Stromverbrauchs die wesentliche Entscheidung beim Kauf getroffen.  Durch diese Kaufentscheidung werden die späteren Betriebskosten festgelegt, über die Standzeit von 15 Jahren können dies beispielsweise für eine Kühl-Gefrierkombination mit knapp 300 l Volumen im günstigsten Fall bis zu 3.000 kWh sein. Umgerechnet bedeutet das im einen Fall etwa 660 Euro Kosten, gerechnet mit 22 Cent pro Kilowattstunde. Ein A++-Gerät darf in der Anschaffung demnach durchaus einige Euro teurer als ein gleich großes A-Gerät sein. Diese Kostendifferenz amortisiert sich bereits in den ersten Jahren des Betriebs. Zudem darf man zukünftig eher mit steigenden, statt mit sinkenden Strompreisen rechnen, so dass sich die Einsparungen noch erhöhen dürften.

Wesentlich ist auch, sich das jeweils bestgeeignete Gerät anzuschaffen: Ein Kühlschrank mit Gefrierfach benötigt bei ansonsten gleicher Ausstattung bis zu zwei Mal so viel Strom wie einer ohne Gefrierfach. Sofern ein weiteres Gefriergerät existiert, lohnt es sich, auf dieses Gefrierfach im Kühlschrank zu verzichten. Gefriertruhen sind (bei gleichem Volumen) etwa 10% effizienter als Gefrierschränke, allerdings ist der Unterschied nicht mehr so groß wie vor einigen Jahren. Einbaugeräte liegen im Verbrauch höher als Standgeräte, und in manchen Gerätegruppen ist noch kein A++-Modell verfügbar.

Zusätzlich lässt sich durch sinnvollen Umgang mit den Geräten dann im Betrieb zwar auch noch manches sparen, jedoch nicht so viel, wie z.B. beim Waschen mittels der Verwendung einer niedrigen Waschtemperatur und dem tatsächlichen Füllen der Maschine, oder beim Kochen durch das richtige Geschirr, den Deckel auf dem Topf etc.

Generell lässt sich für Kühl- und Gefriergeräte die Empfehlung aussprechen, ein A++-Gerät anzuschaffen.

Verhaltensbedingte Einsparmöglichkeiten: ca. 5%

Technisches Sparpotenzial Bestgeräte gegenüber Durchschnitt: 30 bis 50%

Stromsparen beim Kochen

Ein EU-Label existiert derzeit nur für den Backofen; zahlreiche Geräte mit Label A sind verfügbar. B-Geräte liegen etwa ein Drittel höher im Verbrauch. Ein Umluftsystem sollte Standard sein, da es den Betrieb bei geringeren Temperaturen sowie das gleichzeitige Garen oder Backen auf mehreren Ebenen erlaubt.

Ein wesentlicher Sparschritt ist die katalytische statt der pyrolytischen Backofen-Reinigung. Während bei der pyrolytischen Reinigung Temperaturen von 400 Grad Celsius erreicht werden müssen, läuft die katalytische Reinigung bei niedrigerer Temperatur ab und benötigt daher weniger Energie. Bei einer Neuanschaffung sollte ebenfalls ein A-Gerät gewählt werden.

Bei den Elektrokochfeldern sind Induktionsmulden die effizienteste Variante. Die Wärme zum Kochen entsteht erst durch eine induktive Energieübertragung von der unter der Glaskeramik liegenden Induktionsspule auf den Topfboden. Es wird nicht wie bei der herkömmlichen Gusseisenkochplatte erst viel Metall erhitzt, ehe die Wärme im Kochgut ankommt, sondern direkt der Topfboden und darüber die Speisen. Dies spart viel Zeit und Energie. Zudem sind Induktionskochstellen ähnlich wie beim Kochen mit Gas sehr gut regelbar und der Wärmeübergang startet gleichfalls sofort beim Einschalten. Einzige Voraussetzung ist der Einsatz von Kochtöpfen, die über ein leitendes Material im Boden des Kochtopfes verfügen. Sie erkennen dies an der Kennzeichnung am Boden.

Ebenfalls recht gut in der Regelung sind Strahlheizkörper als Wärmequelle, jedoch haben auch sie ihren Preis und sind im Verbrauch höher, da der Heizkörper zunächst auf eine Temperatur von ca. 800 Grad Celsius aufgeheizt wird, um dann das Gargut durch die Glaskeramik hindurch erwärmen zu können. Diese Heizelemente sind allerdings deutlich besser als die konventionellen Massekochplatten.

Obligatorisch sollte das Kochen mit geschlossenem Deckel sein. Auch die Regel, stets möglichst wenig Wasser zum Kochen z.B. von Gemüse oder auch Nudeln zu verwenden, hilft. Für das Aufwärmen kleiner Mengen ist die Mikrowelle die effizienteste Lösung, bis zu etwa 500 Gramm Kochgut. Zum Kochen von kleinen Mengen Wasser ist der Wasserkocher wegen des unmittelbaren Übergangs der Wärme sehr effektiv (wenn kein Gas verfügbar ist). Zudem hat er eine Abschaltautomatik. Dies gilt auch für die neueren Backofengeräte und Kochfelder. Nicht nur aus Sicherheitsüberlegungen, sondern auch um zu vermeiden, dass die Geräte weiterheizen, wenn die Garzeit erreicht wurde, ist eine solche Abschaltautomatik von Vorteil.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass gerade beim Kochen der Einfluss der Nutzerinnen und Nutzer auf den Energieverbrauch recht hoch.

Verhaltensbedingte Einsparmöglichkeiten: 10-20%

Technisches Sparpotenzial Bestgeräte gegenüber Durchschnitt: ca. 15%

Energieeffizienz beim Spülen

Die Energiebilanz beim Spülen ist ab einem 3-Personen-Haushalt mit einer effizienten Maschine ökologisch vorteilhaft gegenüber dem Handspülen. Sogar unter Einberechnung der „Grauen Energie“ für die Herstellung des Geräts [EWZ Zürich 2007].

Achten Sie auf die Anforderungen, die sich durch Größe Ihres Haushaltes für das Gerät ergeben. Für kleine Haushalte kann es sinnvoll sein, ein kleineres Gerät für nur 8 oder 9 Maßgedecken zu wählen. Zwar ist der spezifische Energie- und Wasserverbrauch pro Maßgedeck etwas höher, wird jedoch ein großes Gerät häufig mit Teilbeladung in Betrieb genommen wird, wird die eigentlich bessere Effizienz nicht genutzt.

Ein wesentlicher Schritt zur Effizienzverbesserung ist der Anschluss an eine effiziente nicht direkt-elektrische Wassererwärmung, Sonnenkollektoren, Holzpelletkessel, Wärmepumpe, Gas-Brennwerttherme o.ä., welcher für die meisten Geräte möglich ist. Einzige Zusatzinvestition ist ein T-Ventil, welches statt in der Kaltwasserleitung in der Warmwasserleitung des Spülbeckens montiert wird.

Einige neue Gerätemodelle haben einen integriertes Heizelement in der Umwälzpumpe, das das kalte Zuflusswasser vorerwärmt; diese höhere Anfangsinvestition lohnt sich jedoch nur, wenn kein Warmwasseranschluss möglich ist. Allerdings hat diese neue Generation der Umwälzpumpen auch eine höhere Leistung, die gleichzeitig zu einem effizienteren Wassereinsatz führt. D.h. trotz kürzerer Spülzeiten wird auch ein besseres Spülergebnis von den Herstellern versprochen.

Einsparpotentiale im Überblick

    Technisches
Effizienz- Verhaltens- Sparpotential
potentiale in bedingte Einspar- Bestgeräte vs.
Haushalten möglichkeiten Durchschnitt
     
Kühl- und    
Gefriergeräte 5% 30-50%
     
Kochen elektr. 10-20% 15%
     
    ca. 5%, zusätzl.
    Warmwasser-
Spül-   anschluss ins-
maschinen 10-20% gesamt 50%

Wie kann ich die Energiekosten berechnen?

Es gibt verschiedene Anbieter, die bei der Berechnung der Energiekosten bzw. der Einsparpotentiale hilfreich sind. Das Öko-Institut hat für Deutschland auf www.ecotopten.de eine analoge Datenbank angelegt.

Auf www.spargeraete.de findet sich eine ähnliche Datenbank auf der die Daten laufend aktualisiert werden.  Spargeraete.de ist sehr detailliert, und bietet bessere Möglichkeiten, um die Geräte mit durchschnittlichen oder ineffizienten Geräten zu vergleichen. D.h. es wird nicht ein Kühlschrank mit Flügeltüren mit einem riesigen Volumen mit einem wesentlich kleineren Modell mit geringeren Funktionsmerkmalen verglichen.

Von daher sehen wir die Informationen bei Spargeraete.de als hilfreicher an. Aber das liegt letztendlich natürlich im Auge des Betrachters.

Allerdings findet sich auch bei Spargeraete.de ein Widerspruch an sich. So werden die Betriebskosten über 15 Jahre als Gesamtbetriebskosten ausgewiesen. Natürlich ist es erstrebenswert, wenn eine solche lange Lebensdauer erreicht wird. Aber es geht natürlich einher mit der Tatsache, dass die Entwicklung im Haushaltsgerätesektor in immer kürzen Zyklen vorangetrieben wird. D.h. ein Geräte, das im Jahr 2025 15 Jahre alt sein wird, wird dann aus umweltpolitischen Aspekten wahrscheinlich als Katastrophe angesehen werden müssen. Von daher wären die jährlichen Kosten sicherlich ein besseres Entscheidungskriterium .

Leider finden sich auf dieser Seite auch keine Kochgeräte, weder Backöfen noch Kochfelder.

Zusammenfassung

Unsere Tipps zusammengefasst:

  • Generell lässt sich für Kühl- und Gefriergeräte die Empfehlung aussprechen, ein A++-Gerät anzuschaffen.
  • Bei einer Neuanschaffung eines Backofens sollte ein A-Gerät gewählt werden. Bei Verwendung eines elektrischen Kochfeldes empfehlen wir ein Induktionsfeld.
  • Für Spülmaschinen empfehlen wir ein Gerät mit EU-Label A/A/A anzuschaffen.
  • Schaffen Sie das jeweils bestgeeignete Gerät an: Wenn Sie z.B. bereits ein Gefriergerät besitzen, sollten Sie einen Kühlschrank ohne Gefrierfach anschaffen, da dieser nur ca. halb so viel Strom verbraucht.
  • Nicht nur durch die Wahl energieeffizienter Haushaltsgeräte, sondern auch mit Ihrem Verbrauchsverhalten können Sie die anfallenden Kosten maßgeblich beeinflussen. Allein durch Einhaltung gewisser Regeln können Sie schnell 40-50 Euro im Jahr sparen.
  • Nutzen Sie kostenlose Datenbanken, wie z.B. www.ecotopten.de  oder www.spargeraete.de, um hilfreiche Information zu den Energiekosten vor dem Kauf zu erhalten.

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