Gute Vorbereitung hilft

18. August, 2010

Eine gut und sinnvoll eingerichtete Küche macht das Kochen leichter, sie ermöglicht eine höhere Qualität der Arbeit und hilft, die Tätigkeiten strukturiert auszuführen:

Die Zubereitung einer Mahlzeit gliedert sich in die Tätigkeiten Einkaufen, Einräumen, Vorbereiten, Zubereiten und Anrichten.

Vorbereitung und Zubereitung voneinander trennen

Bei aller Freundschaft zur Frische und zur Spontaneität sind Vorbereitung und Zubereitung zwei deutlich voneinander abgrenzbare Tätigkeiten. Jeder Handgriff, der bereits in der Vorbereitung erledigt ist, ermöglicht dem Koch, die Zeit und die Muse stärker in die Zubereitung zu legen und das Ergebnis zu verbessern.

Besonders die Köche, denen es an Routine mangelt, haben die größte Hürde in der Synchronisation des gleichzeitig richtigen Gargrades der benötigten Komponenten. Auch hier hilft der Wärmeschrank, um fertig zubereitete Lebensmittel zu parken und den Zeitdruck aus der Zubereitung herauszunehmen. Profis arbeiten genauso!

Gute Vorbereitung hilft die Übersicht zu bewahren

Gut präpariert, vielleicht auf Tabletts schon im Kühlschrank bereitgestellt, hilft eine gute Vorbereitung auch dazu, Übersicht zu bewahren. Hier können wir uns die eine oder andere Idee aus der Industrie abschauen, die ja auch von einem hohen Grad an Organisation lebt. Viereckige, leicht zu reinigende Gefäße ermöglichen hygienisch und platzsparend, die meiste Aufmerksamkeit in die wesentlichen Angelegenheiten der Zubereitung zu legen. Nicht umsonst haben Fernsehköche alles Notwendige bereits an ihrem Platz, bevor sie mit dem Kochen beginnen.

Solange uns eine aufgeräumte Autowerkstatt, in der alle Dinge den ihnen zugedachten Platz haben, einen guten Eindruck macht, sollten wir die gleichen Regeln in der Küche gelten lassen. Deswegen braucht man ja nicht für jeden Teller Spaghetti eine Planung wie für ein Manöver zu machen, aber wenn wir mit gutem Werkzeug arbeiten und wissen, in welchem Schrank wir welche Dinge finden, lassen sich selbst einfachste Gerichte mit mehr Freude und Sicherheit zubereiten.

Eine gut eingerichtete Küche wird diese Tätigkeiten unterstützen, Funktionalität und gutes Design sind kein Widerspruch. Im Gegenteil, Design ist nur gut, wenn es funktioniert.

Aus der Vergangenheit lernen

Die Ideen der alten Meister waren nicht alle verkehrt. Klassische Gerichte, die in den Standardwerken wie “Hering“ oder “Duch“ nachzulesen sind, haben oftmals eine ganze Menge an Witz, an Harmonie und an Substanz. Schokolade und Chili zu kombinieren ist nicht eine Idee der jungen, wilden Küchen-Avantgarde. Die alten Azteken würden sich wundern, dass wir diese Kombination für neu halten. Herr Escoffier übrigens auch.

Wir Genießer aus Deutschland, die doch manchmal zum Genuss ein leicht verkrampftes Verhältnis haben, sollten stolz auf unsere alten Meister sein. Auf Herrn Gropius, der Porzellan entworfen hat, dessen Design noch heute begeistert (TAC, Rosenthal). Auf eine Industrie von Küchengeräteherstellern, die wegweisende Entwicklungen gemacht hat. Auf Gerichte wie “Schnitzel Holstein“, das in Berlin erfunden wurde (Borchart). Auf Gestalter wie Otl Aicher, dessen Grundlagenarbeit auch nach 30 Jahren noch tagesaktuell sind. Wir sollten uns nicht blenden lassen von vordergründigem Lifestyle oder B- Promi-Kochsendungen. Nicht von Toscana-Attitüden aus dem Golfclub oder Pseudo-Natursteinarbeitsplatten im Gegenwert eines Kleinwagens.

Sondern uns auf die Suche begeben nach den Düften und den Geschmäckern, die unser Leben reicher machen. Traditionen fortführen, wenn sie gut und richtig sind. Uns zuhause fühlen in dem Lebensraum, der uns wichtig ist: Der Küche.

Euer

Christian Mittermeier

Kuechen-Leben.de

Die Küche ist nicht länger nur ein Raum zur Zweckerfüllung, sondern wird immer mehr zum Mittelpunkt der darin wohnenden.

Eine Küche hat man nicht einfach, man lebt in ihr.