Küchen-Leben auf der LivingKitchen
Köln hat seine Küchenmesse wieder! Nachdem die „domotechnica“ in den vergangenen Jahren aus dem Veranstaltungskalender verschwunden war, beginnt das Einrichtungsjahr 2011 in Köln mit einem doppelten Paukenschlag. Denn parallel zur internationalen Einrichtungsmesse „imm cologne“ öffnet heute bis zum 23. Januar auch die neue internationale Küchenmesse „LivingKitchen“ in komplett ausgebuchten Hallen ihre Tore. Da darf natürlich auch Küchen-Leben nicht fehlen. Wir hatten die Möglichkeit bereits am Vortag der offiziellen Eröffnung die neuen Trends und Produkte in Augenschein zu nehmen.
LivingKitchen - das neue Highlight im Januar
Die Küche ist heutzutage Dreh- und Angelpunkt des gemeinsamen Wohnens. Deshalb ist die Küche als neuer Lebensraum, der durch die Verschmelzung der klassischen Wohn- und Küchenarbeits-bereiche entsteht, nicht nur das Top-Thema der Einrichtungsbranche, sondern auch das Top-Thema der diesjährigen Messe. Der Name LivingKitchen bringt es auf den Punkt: Die Veranstaltung zeigt die Küche in all ihren lebendigen und lebhaften Facetten. Entsprechend breit gefächert ist das Angebot. Neben Küchenmöbeln stellen die internationalen Hersteller auch Küchengeräte, Spülen, Armaturen, veredelte Arbeitsplatten, Lichtlösungen und Accessoires vor.
Damit ist die Living Kitchen ein Platz für dynamische Trendentwicklungen. Hier konzentrieren sich kreative Kräfte und Innovationsbestrebungen, hier werden Maßstäbe gesetzt und eine Vielzahl von Impulsen gegeben.
Die neuen Trends
Sous-vide – Kochen wie die Profis
Einer der ersten Hersteller, die auf diesen neuen Trend setzen ist KitchenAid. Insbesondere bekannt durch seine Küchenmaschine ist KitchenAid seit 2009 auch mit einer interessanten Kollektion von Großgeräten auf dem deutschen Markt vertreten.
KitchenAid hat die aus der Haute Cuisine bekannte Garmethode Sous-vide als Zukunftstrend für private Küchen erkannt und das Kochkonzept „Chef Touch“ entwickelt, das aus drei aufeinander abgestimmten Geräten besteht. Der Vakuumierer reduziert den Druck im Behälter auf fünf Millibar und entzieht den Lebensmitteln innerhalb von zweieinhalb Minuten sämtliche Luft. Im Dampfgarer werden die vakuumierten Speisen besonders schonend ohne Flüssigkeitsverlust gegart. Der Schockfroster bietet mit Schnellkühlen und Schockfrosten zwei Funktionen, rohe oder gekochte Lebensmittel für die Aufbewahrung vorzubereiten. „Chef Touch“ erhält Geschmack und Konsistenz der Nahrungsmittel ebenso wie Farbe und Vitamine.
Wir glauben, dass in Kürze weitere Hersteller diesem Trend folgen werden und widmen uns in Kürze ausführlich diesem Thema.
3D – Neue Formen
War und ist oftmals noch der flächenbündige Einbau von Geräten und Armaturen ein Kriterium bei der Anschaffung, sieht man bei einigen Herstellern mittlerweile eine Trendwende hin zu einer völlig neue Dimension für die Küche, nämlich der sogenannten Dreidimensionalität in modernen Küchen.
So bietet AEG mit einem neuen 3D-Konzept für Kochfelder und folgt damit diesem Trend zu. Angeboten wird das Designkonzept in zwei Varianten – quasi im Modularsystem – bestehend aus einem 68 Zentimeter breiten Autark-Kochfeld sowie einem ProFrame-Designrahmen wahlweise aus reinem Metall oder einer sehr edlen Synthese aus Metall und Glas. Beide 3D-Varianten passen trotz ihrer 68 Zentimeter breiten Kochfelder in einen Standard-60 Zentimeter Ausschnitt.
Auch Villeroy & Boch hat die Spüle als Skulptur gestaltet. Die „Metric Art“ setzt das Material Keramik eindrucksvoll in Szene und überzeugt durch Funktionalität, die für sich spricht. Für die individuelle Küchengestaltung ist sie als Doppelspüle oder als Einzelbeckenlösung in 15 lichtechten Keramikfarben erhältlich.
Eine neue Dimension erreichen diese 3D-Konzepte aber nicht nur durch ihr extravagantes Design, sondern auch durch ungewöhnliche Einbaumöglichkeiten und -vorteile aufgrund reduzierter Installationstiefe.
Nachhaltigkeit
Kein neues Thema ist der möglichst sorgsame Umgang mit Ressourcen. Geringerer Verbrauch, Einsatz umweltverträgliche Materialien und das Recycling der eingesetzten Materialien werden mehr und mehr zu einer Selbstverständlichkeit für die Hersteller. Besonders auffällig wird das gegenwärtig bei den Herstellern von Armaturen, die derzeit ein Hauptaugenmerk auf die ständige Vorhaltung von kochend heißem Wasser, um das Erhitzen mit einem Wasserkocher oder auf dem Kochfeld überflüssig zu machen.
Mit den „Water Dispensern“ präsentiert der Armaturenhersteller Dornbracht echte Convenience-Produkte für die Serien Tara Ultra und Lot: ein neues System aus Armatur, Wasserfilter und Heißwassertank. Auf Hebeldruck liefern die Water Dispenser sofort kochend heißes Wasser (93° C). Ein separates System bietet Hersteller Quooker bei dem ein zusätzlicher Hahn sofort kochendes Wasser bereitstellt.
Heißgetränke wie Kaffee und Tee können so jederzeit schnell und bequem zubereitet werden. Genauso lassen sich Babyflaschen mit kochend heißem Wasser ausspülen oder auch hartnäckige Essensreste am Geschirr entfernen. Während bei der Erhitzung in einem Topf oder einem Wasserkocher meist viel mehr Wasser gekocht wird als tatsächlich benötigt, wird auf diese Weise nur die tatsächlich benötigte Menge an Wasser verbraucht.
Bekannte Namen
Der Besucher solcher Messen und Events hat sich bereits daran gewöhnt. Die Hersteller versuchen sich zu überbieten, indem die gesamte Kochprominenz anwesend zu sein scheint. Bekannte Namen aus dem Fernsehen kochen für die Hersteller und helfen damit den Bekanntheitsgrad zu steigern. Dieser Trend vollzieht sich auch mehr und mehr bereits beim Design indem verschiedene Hersteller bekannte Designer engagieren oder mit bekannten Marken kooperieren.
Gab es früher als bekanntes Beispiel die Kooperation von Poggenpohl und Porsche so entwerfen heute die Star-Designer Philippe Starck für Warendorf und Karim Rashid für Gorenje und Amr Design, während Alno eine Kollektion für Esprit Home ins Programm aufgenommen hat und Ballerina Küchen die Markenbekanntheit von Ritzenhoff nutzt, um auf sich aufmerksam zu machen.
Neue Arbeitsflächenbeschichtungen
Innovative Beschichtungen helfen den Zustand der neuen Küche lange Jahre zu bewahren. Beispielsweise sind Edelstahlarbeitsflächen, die es früher nur im professionellen Küchenbereich gab, äußerst widerstandsfähig und trotzdem pflegeleicht. Neues zeigt hier zum Beispiel Spülenhersteller Franke. Hier wird ein Edelstahl eingesetzt, der warmgewalzt wurde. Durch diese Oberflächen-behandlung ergibt sich Effekt bei dem die Oberfläche optisch eine schöne Musterung aufweist, dazu fühlt sich das Material sehr gut an und ist zudem kratzfest, was reiner Edelstahl beileibe nicht ist.
Liebherr
stellt verschiedene neue Oberflächen als Designstudien vor. Eine Türoberfläche aus Schiefer wird im April 2011 bereits in Serie gehen.
Beliebt sind ebenfalls wegen ihrer guten Alltagseigenschaften sogenannte „acrylgebundene Mineralwerkstoffe“. Diese Verbundwerkstoffe sind sehr strapazierfähig, schlag- und stoßfest, hitzebeständig und pflegeleicht. Durch den überwiegenden Anteil an Mineralien sind sie zu dem farbbeständig, was insbesondere bei hellen unifarbenden Oberflächen wichtig ist. Da sie im Gießverfahren hergestellt werden, sind fast alle Spülen- und Arbeitsflächenformen machbar
Weitere Trends
Materialmix
So wie ein leckeres Essen aus vielen verschiedenen Zutaten besteht, so ist auch die moderne Küche eine Kombination verschiedenster Materialien. Dieser Materialmix liegt nicht nur im Trend des modernen Küchendesigns, sondern ist auch die wohl professionellste Verbindung aller Zeiten. Materialkombinationen aus Holz, Stahl, Stein, Kunststoff und Glas sind daher heute mehr und mehr gefragt. Besonders Glas ist als Front und Rückwand ein zentrales Thema.
Gutes Licht
Moderne Lichtinstallationen sind intelligent, beleuchten dezent und nicht aufdringlich. So können wahlweise Schränke mit Glasfront oder die voll im neuen Trend liegenden offenen Regalfächer mit integrierter und energiesparender Lichttechnik in Szene gesetzt werden. Im Kommen sind LED-Zierleuchten bei Elektrogeräten wie Herden oder Spülmaschinen, die einfach die Gesamtatmosphäre verschönern. Gute Arbeitsflächen- und Innenschrankbeleuchtungen sind heute ohnehin schon Usus.
Offene Regale
Offene Regale, einer der wichtigen Trends der neuen Saison, zeigen den Wunsch nach Klarheit und Ordnung und verhindern Gerümpel. Optisch geradlinig und schlicht geht dieser Trend Hand in Hand mit dem Bedürfnis nach Übersichtlichkeit.
Weitere Highlights
- Integrierte Brausen im Wasserhahn
- Energie sparende und hochleistungsfähige Elektrogeräte
- Sich auf Fingertipp öffnende Schubladen
- Durchdachte Abfalltrennsysteme
- Sitzgelegenheiten mit dicken Kissen
- Mut zu Farbe in Fronten oder an den Wänden
Quelle Bildmaterial: Küchen-Leben, Alno, Dornbracht, Franke, KitchenAid, Liebherr, Villeroy&Boch




Kommentare
Kommentar hinzufügen