Smart Grid

23. September, 2010
Smart Grid – Intelligentes Netzwerk

Ein Begriff erreicht nun auch die Haushaltsgeräteindustrie, mit dem bislang kaum jemand etwas anfangen konnte: „Smart Grid“. Ein solches intelligentes Stromnetz ist die Voraussetzung für all die ehrgeizigen Klimaschutzziele. Die Technik verbindet dabei die alte mit der neuen Stromwelt.

Ist Ihre Waschmaschine „SG-Ready“?

Was klingt wie der neueste TV-Standard, ist ein Ansatz, über Vernetzung Strom und Geld zu sparen. Miele und Samsung zeigten auf der IFA in Berlin erste solche "Smart Grid"-Haushaltsgeräte.
Der Nutzen für den Endkunden lässt sich an einigen Beispielen einfach zeigen. Haushaltsgeräte verbrauchen etwa 40 Prozent des privaten Stroms. Kunden könnten zeitflexible Preise nutzen, die abhängig von Tageszeit und Netzauslastung entstehen. Sie sind nicht länger an einen Anbieter gebunden, sondern wählen den jeweils günstigsten Anbieter. Weiterhin ergibt sich dadurch die Möglichkeit, dass der Kunde informiert wird, wenn der Strompreis einen bestimmten Grenzwert unterschreitet. Die Smart Grid-Technologie birgt beträchtliches Einspar-Potenzial, da die Stromversorger in Deutschland verpflichtet sind, ab Januar 2011 unterschiedliche Stromtarife anzubieten.

Energiebedarf

Erste Geräte mit Smart Grid-Funktion

Erste Geräte mit Smart Grid-Funktion, die Miele zur IFA zeigte, sind ein Waschautomat und ein Trockner. Die Modelle können mit einem zusätzlichen Kommunikationsmodul ausgestattet werden und tauschen über die vorhandene Stromleitung im Haus Daten mit dem Miele Gateway aus. Auf dem Gateway – eine Box im kompakten Format – sind sowohl Steuerungsfunktionen wie „Start“ und „Stop“ als auch ein Kalender hinterlegt. Für die Installation verbindet der Benutzer seinen PC mit dem Gateway und gelangt so auf die Benutzeroberfläche des Gateways. Dort trägt er die Stromtarife des Energieversorgers im Kalender ein. Noch einfacher ist es, wenn das Energieversorgungsunternehmen die Tarife beispielsweise in Form einer RSS-Meldung über den WLAN-Router direkt auf das Gateway überträgt. Diesen Service werden die EVUs aber vermutlich noch nicht mit Einführung der Tarif-Staffelung anbieten.

Smart starten – Stromrechnung drücken

Nach Eingabe der Tarife aktiviert der Benutzer am Haushaltsgerät über das Display die Smart-Start-Funktion. Es folgt die Eingabe des frühesten Starttermins (beispielsweise 7 Uhr) und der spätesten Endzeit (beispielsweise 20 Uhr). So ist gewährleistet, dass etwa der Waschvorgang zu einem definierten Zeitpunkt abgeschlossen ist. Außerdem werden Gerätelaufzeiten in der Nacht, so sie nicht gewünscht sind, vermieden. Nach Abschluss der Installation starten die intelligent vernetzten Miele-Hausgeräte automatisch zum günstigsten Stromtarif. „In den kommenden Jahren können wir eine sehr uneinheitliche Entwicklung der Stromtarife in Deutschland erwarten. Mit Smart Grid-fähigen Hausgeräten bietet Miele eine Lösung für den Energiemarkt der Zukunft an“, sagt Peter Hübinger, Leiter des Miele Werks Electronic. 

Smart Grid Projekt von Miele

Laut Miele eignet sich die Smart Grid-Technologie insbesondere zur Installation in Appartements und Einfamilienhäusern. Ein erstes großes Projekt, in dem die Miele-Technologie zur Anwendung kommen soll, sind Ferienhäuser in Port Olpenitz. Nahe der Schlei-Mündung entsteht derzeit ein exklusiver Wohnpark mit rund 1000 Einheiten. Die Fertigstellung der Anlage ist für 2013/2014 geplant. Da die Projektentwickler auf vernetzte Haustechnik setzen, soll ein Großteil der Wohneinheiten mit Smart Grid-fähigen Miele-Geräten ausgestattet werden.

Miele Smart Grid

Bosch Siemens und Samsung testen ebenfalls

Für Bosch Siemens Hausgeräte ist der Markt noch nicht zu sehen. Dennoch testet Siemens ebenfalls Hausgeräte in Kooperation mit dem Energieversorger E.on in hundert Haushalten in Süddeutschland. Zudem wird es einen Pilotversuch in den USA mit Waschmaschinen geben sowie hierzulande mit 500 Kühlgeräten, um zu erforschen, wie diese auf Steuersignale reagieren.
Auch für die Weiße Ware bei Samsung, sind Hausgeräte im Smart Grid – wenn auch nicht sofort – durchaus ein Thema. Dazu erhalte eine kleine Platine in der Waschmaschine das Startzeitsignal zum Waschen über den Zigbee-Funkstandard von einer Kontrolleinheit im Haus. In den USA plant Samsung Anfang 2011 eine solche Waschmaschine auf den Markt zu bringen.

Zwischenschritt als Brückentechnologie

Nicht jeder wird gleich neue Haushaltsgeräte anschaffen können. Deshalb wird es bis zur Verwirklichung des "Smart-Homes" eine Brückentechnologie geben. In einem Zwischenschritt kommen intelligente Steckdosen oder Zwischenstecker zum Einsatz, mit denen sich die Endgeräte ansteuern lassen. In den USA laufen mit der "Alliance IP for smart Objects" bereits erfolgversprechende Piloten.

Fazit

Hausgeräte im Smart Grid bedeuten erst einmal viel Investition von Seiten der Verbraucher und fortschrittlicher Energieversorger. Und dennoch führt in den kommenden Jahren mit der Einspeisung von immer mehr regenerativen Energien nichts daran vorbei, dass Versorger ihr Netz in Richtung Smart Grid aufrüsten müssen.
Allerdings scheint in puncto Energieeinsparung das Ende der Fahnenstange, zumindest mit heutigen Technologien bald erreicht zu sein. Vor diesem Hintergrund werden intelligente Netzwerke an Bedeutung zunehmen.

* allgemeine Informationen zum Energiemarkt der Zukunft bietet die Internetseite http://www.e-energy.de/ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie.

Bildquelle: Miele

Kuechen-Leben.de

Die Küche ist nicht länger nur ein Raum zur Zweckerfüllung, sondern wird immer mehr zum Mittelpunkt der darin wohnenden.

Eine Küche hat man nicht einfach, man lebt in ihr.